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Fastnachts-Kreppel aus Mittelhessen

9. Februar 2020

In meinem letzten Beitrag habe ich euch kulinarisch nach Syrien entführt, heute bleibe ich mit meinem Rezept in der Heimat. Diese befindet sich im schönen Mittelhessen an der Lahn und ich habe euch inzwischen so viele Klassiker aus meiner Gegend vorgestellt, dass ich für unsere Aktion "All you need is.." ordentlich ins Grübeln kam.
Unsere traditionelle Heimatküche ist sehr deftig. Im Winter spielen Fleisch, geräucherte Wurst, Kohl und Wurzelgemüse in vielen Rezepten eine wichtige, oft geschmacksgebende Rolle. Ein tolles Beispiel dafür, ist der Krautpudding, den man wahlweise mit Weiß-, Rotkraut oder Wirsing zubereiten kann. 
Auch bei den regionalen Kuchen-Leckereien geht es eher rustikal zu. Der "Schmierschelkuche" kommt mit einem Boden aus Brotteig daher, während der "Bodderlochkuche" aus Hefeteig zwar süß aber trotzdem auch ein "Auf-die-Hand-Kuchen" ist. 
Beim Blättern durch Omas Backbuch bin ich dann schließlich auf einen süßen "Winter-Klassiker" gestoßen, den ich euch hier auf dem Blog bislang vorenthalten habe: 
Fassenachts-Kreppel.
Ja, hier zwischen Gießen und Wetzlar sagt man weder Karneval, noch Fasching, sondern Fassenacht oder "Fassenoacht". Und Kreppel? Na, das sind unsere Berliner. Etwas kleiner und gefüllt mit "Hoink" (Pflaumenmus aus dem Ofen).
Mir schmecken übrigens, früher wie heute, die mitunter sehr lustigen Reste, die beim Ausstechen des Teiges entstehen, immer am besten. Wenn ihr Kinder habt, backt diese "Zwischenräume" unbedingt so aus, wie sie sind. Beim Essen kann man dann der Fantasie freien Lauf lassen und gemeinsam überlegen, was die kleinen Gebäckstücke darstellen. 

Kräppel mit Hoink von Jankes Soulfood

Herzhafte Grüne-Soße-Torte

16. Juni 2019

Ihr Lieben, am 06. Juni 2019 hieß es bereits zum zweiten Mal "Frankfurt isst Weltrekord". Meine liebenswürdigen, kräuterverrückten Mithessen wollten so viele Portionen ihrer Grünen Soße verkaufen, dass es für einen Eintrag ins Guinnes-Buch der Weltrekorde reichen sollte.
Als riesengroßer Grüne-Soße-Fan freute ich mich schon seit mehreren Monaten auf dieses Ereignis und plante, es mit einem kleinem Blogevent virtuell zu begleiten. Sogar über die Grenzen Hessens hinaus, fand ich tapfere Mitstreiter für meine grüne Mission.

Als es schließlich in die heiße Phase ging und der Beitrag für meine Grüne-Soße-Sandwich-Torte geschrieben werden wollte, hat mich über Nacht ein Rheumaschub lahmgelegt. Nichts ging mehr; mit knirschenden Zähnen musste ich meiner Truppe absagen und lag am Tag der Tage mit Fieber im Bett. Grün war lediglich mein Gesicht, aber so ist es manchmal im Leben und aufgeschoben heißt schließlich nicht aufgehoben. Nicht, wenn es um Grüne Soße geht!
Somit reiche ich meinen Beitrag heute höchst offiziell nach und verlinke euch natürlich nachträglich die köstlichen Rezepte der Grüne-Soße-Party-Crew.
Für den Weltrekord hat es übrigens auch im zweiten Anlauf nicht gereicht. Mit 181.096 Portionen wurde das Ziel (231.775 Grüne-Soße-Mahlzeiten) leider verfehlt. Ich denke, da können wir uns auf eine Wiederholung in zwei Jahren freuen!

herzhafte Frischkäse-Kräuter-Torte

Schepperlinge

11. September 2018

Ihr Lieben, erinnert ihr euch an das grandiose MundArt-Event, das ich im April zusammen mit 10 weiteren Foodbloggern veranstaltet habe? Das Feedback war so toll, dass ich Lust auf eine zweite Runde hatte und auch dieses Mal habe ich tatkräftige Unterstützung aus Bayern erhalten. Viel Freude beim Lesen und Raten, denn auch ich wechsele jetzt ins mittelhessische Platt, unseren Dialekt.

Weil aich schu ganz viele Rezepte aus meiner Gejend of eam Blog stie hu, zomm Beischbiel de Schmierschelkuche, Krautbudding owwer die Wetzstaakließ, gebts etz woas feines aus Nordhessen. Do oowe isst mer aach met Voolibb  deafdich un aich hu mir eas Nationalgericht ausgesucht: Schepperlinge. Deij dinne Gedoffenplätz isst mer besonners ean Waldeck-Frankenberg orch gern. Moi Rezept eas eehnlich wej doas vo de Bärbel, dej die beste Schepperlinge ean Bad Wildungen mecht un offm Maadplatz verkääft. Wann ihr emoal do hi kommt, misst ihr dej uubedingt probiern.

MundArt - dein Rezept im Dialekt

[Werbung] Ofen-Tortilla und Croquetas zu Wein aus Rheinhessen

6. September 2018

Ihr Lieben, heute verlege ich Spanien vom Mittelmeer nach Deutschland, oder genauer: ins wunderschöne Weinanbaugebiet Rheinhessen*. Genau von dort habe ich nämlich Post erhalten. Zuerst flatterte per E-Mail eine Einladung in die Soulfood-Küche, ob ich nicht Lust hätte, aus einem vorgegebenen Warenkorb zwei verschiedene Tapas zu kreieren. Inzwischen sollte jeder mitbekommen haben, dass mein kulinarisches Herz unwahrscheinlich laut für kleine Gerichte, Snacks und Fingerfood schlägt. Deshalb war es praktisch unmöglich, diese Einladung abzulehnen. Wieso auch? Es ging um regionale Zutaten, frisches Bio-Gemüse und besten Wein.
Wein? Oh je, in meiner Euphorie hatte ich das wichtigste direkt überlesen: passend zu meinen rheinhessischen Tapas sollte ich zwei Weine wählen. Ob ich da, als jemand der Wein in bloß zwei Kategorien einstufen kann (schmeckt und zu trocken) nicht vielleicht meine Kompetenzen überschreite?
Nein, hieß es, überhaupt kein Problem, ich solle aus drei rheinhessischen Weinen, genau die zwei auswählen, die mir zu meinen Tapas am besten munden. Das traute ich mir dann doch zu und so kam es zum heutigen Beitrag und meiner Teilnahme an "Tapas lernen Rheinhessisch".

Ofen-Tortilla und Croquetas

Omas Käsekuchen mit Schokoboden

30. Juli 2018

Ihr Lieben, haltet euch fest, denn hier erwartet euch ein ganz besonderer Beitrag: heute feiern wir den "Tag des Käsekuchens". Und wie könnte man diese Party besser feiern, als mit 42 weiteren Käsekuchen-Fans und ihren köstlichen Rezepten?! Tina von LECKER&Co hat uns alle (relativ spontan) im Internet versammelt und ich sage herzlichen Dank für diese schöne Aktion, bei der ich gerne dabei bin. Die Links zu den anderen Beiträgen findet ihr weiter unten und ich kann euch nur raten, diese Liste nicht hungrig anzusehen. Für Käsekuchen-Heißhungerattacken übernehmen wir nämlich keine Verantwortung ♥
 
Meine Liebe zum Käsekuchen, habe ich relativ spät entdeckt, als ich schon lange erwachsen war. Begonnen hat sie mit einem New York Cheesecake, der durch die Zubereitung mit Frischkäse cremiger und leichter schmeckt, als der deutsche Käsekuchen mit Quark oder Schichtkäse. Gepaart mit einem Himbeertopping war der Cheesecake jahrelang einer meiner Lieblingskuchen, bis ich irgendwann über den Russischen Zupfkuchen, zum Käsekuchen meiner Oma fand. Ihr hessischer "Mattekuche" (Matte ist der Quark) war auf jeder Familienfeier immer als erstes aufgegessen. In meinem Rezept habe ich lediglich etwas Mehl durch Kakao ersetzt, da ich den dunklen Boden so gerne mag.

Klassischer Käsekuchen mit dunklem Boden

Petze, Pitsche & Bodderloch

10. April 2018

Ihr Lieben, heute möchte ich euch im Rahmen der Aktion "MundArt - dein Rezept im Dialekt" in unser kleines Dorf mitnehmen und einmal so schreiben, wie die älteren Generationen hier noch reden: in mittelhessischem Platt.
Die Idee dazu kam im Winter auf und ich freue mich riesig, dass ich 10 weitere Foodblogs begeistern konnte, ebenfalls dabei zu sein. Die Links findet ihr weiter unten.

So, etz fange mer o! Derweil mer Richdung Frankfodd die Schnuud ejer eabbes schmoal mache dout, eas se heij bei eus ziemlich braad beim Schwätze. 
Aich kann eus Platt reacht gout verstieh, schwätzes owwer neat, deshalb hott mir mein Babba bei de Iwwersetzung vo dem Rezept geholfe. Der schwätzt neemlich noch perfekt Platt met sein Leu. So gern weij aich schiene Wearder off Platt hiern, komme deij mir nur schwier iwwer die Libbe. Schoad drimm, deas eus Mundoart nooch un nooch ausstirbt. Deshalb mache mir doas etz zesomme un freue eus ganz oarch, wann ihr aach Schbass dro hott.
Als Rezept hu aich auch de "Petzekuche" mettgebroocht. Doas eas enn ganz tübische Hewekuche ean euser Gejend. Den hunn mei Ommas immer so gebacke.
Un weij sich die Mundoart vo Dorf zou Dorf innerschaare dout, so eas eas aach met de Kuche. Bei eus peatzt mer Delle ean de Daig, deshalb saan mir Petzekuche. E Steck weirer ean Owerhesse, komme deijfe Lächer ean de Daig un mecht se met Bodder voll (Bodderlochskuche) owwer dout Schmoad un Zocker eneann un sääd Pitschekuche dezou.
Un wann de Kuche gout geroare war, saad mei Omma Tilly immer: "Kealle, Kealle, doas schmoacht vielleichd so gout!" ♥

Butterlochkuchen von Jankes Soulfood

Schmierschelkuchen - ein traditionelles Rezept aus Lahnau

3. Oktober 2017

Auf diesen Beitrag freue ich mich nun schon eine ganze Weile. Es hat mehrere Monate gedauert, bis er endlich Gestalt angenommen hat; ich habe gelacht, geheult und wahrscheinlich einige graue Haare dazu bekommen, aber hier ist er nun:
Alles begann mit der einfachen Anfrage nach einem alten Rezept aus unserem kleinen Dorf. Es ging um den "Schmierschelkuchen", in anderen Orten Mittel- und Oberhessens auch Schmierselkuchen (Schmierkuchen), Lohkuchen oder Lohplatz genannt.

Meine Oma und viele Frauen ihrer Generation haben ihn noch traditionell im Backhaus zubereitet, da er meistens und ursprünglich aus Brotteigresten hergestellt wurde. Hier haben wir auch schon die kleine Besonderheit dieses "Kuchens": der Boden ist ein herzhafter Sauerteig.
Früher als "Arme-Leute-Essen" verschrien, war der Schmierschelkuchen in meiner Kindheit sehr präsent und gehörte zu vielen Dorffesten, nicht zuletzt natürlich zum beliebten Backhausfest. Meine Oma Tilly war eine Landfrau, wie sie im Buche steht. Bei ihr wurde deftig gekocht und rustikal gebacken. Natürlich alles ohne Rezept und nur nach Gefühl. An genau diesem Gefühl ist die erste Recherche nach ihrem Schmierschelkuchen-Rezept gescheitert. Mir klingen heute noch Anweisungen wie "ein Putchen Salz" im Ohr, aber auch die berüchtigten "Sauerteigknittel" sollten mich später noch verfolgen.

Langer Rede kurzer Sinn: es gab kein niedergeschriebenes Rezept meiner Oma.
Was wir fanden waren lose Listen mit Zutaten, jedoch ohne Mengenangaben.
Mein Opa, der sich immer um das Backen der Brote gekümmert hatte, wusste lediglich wie ein guter Schmierschelkuchen zu schmecken hat, jedoch nicht im Detail, wie man ihn zubereitet. An dieser Stelle bekam ich erste Sorgenfalten auf die Stirn.

Schmierselkuchen - Lohkuchen

Grüne Soße Tag 2017

22. Juni 2017

Heute ist Feiertag in Hessen! Wie? Schon wieder? Kurz mal überlegen, der 22. Juni, was könnte das wohl sein? Ich verrate es euch: wir feiern den ersten offiziellen Grüne-Soße-Tag! Hurra! Ganz Frankfurt steht Kopf, denn es gilt, einen Weltrekord im Grüne-Soße-Essen aufzustellen. 
An vielen verschiedenen Plätzen der Stadt, bieten Restaurants, Firmen, Kantinen und Geschäfte das Frankfurter Lieblingsgericht an. Alle Infos und einen Grüne-Soße-Guide, findet ihr unter: www.gruene-sosse-tag.de. Wer es erst am Abend nach Frankfurt schafft, muss nicht traurig sein, denn sobald es dunkler wird, werden zahlreiche Gebäude der Stadt in grünes Licht getaucht.

Als Mittelhessin muss ich mich heute ganz klar mit den Frankfurtern solidarisieren. Sorry Nordhessen! Ich mag die Frankfurter Grüne Soße einfach unwahrscheinlich gerne und liebe den Geschmack der sieben Kräuter auch in anderen Gerichten.

So gab es in der Soulfoodküche schon:

Und natürlich erinnern sich die Leser der ersten Stunde sicherlich (!) daran, dass Jankes Soulfood vor über drei Jahren mit einem Rezept für Grüne Soße erstmalig online ging. Wenn Sie bitte einmal [HIER] schauen möchten. Bitte nicht erschrecken, die Kräuter sehen dank meiner genialen Bildbearbeitungskünste zu dieser Zeit furchtbar aus! Da das beim besten Willen kein Aushängeschild für mein Leib- und Seelgericht ist, gibt es heute meine Grüne Soße reloaded.

Grüne Soße von Jankes Soulfood

Hessische Snacks

11. Mai 2017

Ihr Lieben,
heute gibt es nicht nur ein Rezept sondern gleich 13. Und diese kommen auch noch aus meiner absoluten Lieblingskategorie: Snacks & Fingerfood. Gemeinsam mit zwölf weiteren Bloggerinnen wappne ich mich für das anstehende Fernseh-Wochenende und das ESC-Finale in Kiew. Unter dem Motto "Snacks & Knabbereien zum ESC" haben wir gebacken, gerührt und gekocht, um euch eine kleine, feine Auswahl präsentieren zu können. 
In der Soulfood-Küche entstanden "Ahle Wurscht Kreppel" nach einem Rezept von Christine Luckhardt vom Gasthof "Zum Hohen Lohr" in Battenhausen. Schnell gemacht und super lecker.

Im ein oder anderen Jahr ist der Knabberkram dringend nötig, um sich von manch skuriler Darbietung im Fernsehen abzulenken oder um zu vermeiden, dass ich mich über das 17. Trickkleid oder die Windmaschine lustig mache. Trotzdem schaue ich den kultigen Contest immer wieder, weil ich den Grundgedanken so wertvoll empfinde. Gerade in Zeiten wie diesen, könnte sich so manch ein Politiker gehörig was abschauen von den Künstlern des ESC. Was teilweise im Hintergrund gemauschelt wird, steht auf einem anderen Blatt. Mir geht es um die gemeinsame Musik und dafür höre ich mir gerne auch mal für einen Abend die außergewöhnlichsten Stücke aus ganz Europa an. In diesem Sinne: Celebrate Diversity!

Hessische Snacks

Kräuter-Ei-Brotaufstrich

29. März 2017

Willkommen zum dritten Tag unserer Osterbrunch-Woche, ihr Lieben. Heute haben wir 8 Vorschläge für köstliche Brotaufstriche für euch vorbereitet. Da für mich als Mittelhessin die Frankfurter Grüne Soße zu Ostern gehört, wie die Ostereier, musste ich die 7 Kräuter unbedingt auf meiner Brunchtafel unterbringen. Letztendlich haben sie den Weg in einen Frischkäseaufstrich mit Ei gefunden, der wunderbar nach Frühling schmeckt.
Zuerst hatte ich den Aufstrich "Grüne-Soße-typisch" mit etwas Schmand verlängert, doch je mehr ich rührte, desto flüssiger wurde mein Aufstrich. Ihr solltet euch hier also wirklich einen cremigen Frischkäse besorgen, damit euch nicht dasselbe passiert :)

Osterbrunch-Woche auf einen Blick:



Dienstag - Brot & Brötchen - Herzhafte Bärlauch-Brioches

Mittwoch - Brotaufstriche süß & herzhaft - Kräuter-Ei-Aufstrich

Donnerstag - Wunschgerichte - Geröstete Grießsuppe mit Kresse

Freitag - Nachspeisen - Clafoutis

Samstag - Kuchen, Torten & Kleingebäck - Torta pasqualina

Sonntag - Geschenke aus der Küche - Osterkekse

Hessischer Kräuter-Ei-Aufstrich

Omas Heringssalat

23. Februar 2017

Helau, Alaaf, tröööööt...!!! Mehr Stimmung schaffe ich als bekennender Faschingsmuffel leider nicht. Dafür habe ich ein Gericht für euch vorbereitet, das es in vielen Küchen traditionell an Aschermittwoch gibt. Genau, wenn alles vorbei ist. Es gibt Omas Heringssalat. 
Der war 2014 eins der ersten Rezepte, die ihren Weg auf diesen Blog gefunden haben, deshalb hat er sich ein Makeover redlich verdient. An der Rezeptur von Omi würde ich nichts ändern wollen - zusammen mit Pellkartoffeln oder Bauernbrot schmeckt der Salat so sehr nach Heimat.
Genau wie bei der Grünen Soße, machte meine Omi immer eine Mehlschwitze und gab zu dieser den Schmand. Ich habe das bisher in nur ganz wenigen Rezepten ähnlich entdeckt.

In Franken gibt es ein Rezept für "Hering in Milchbrühe" bei dem der gesalzene Hering über Nacht in Milch eingelegt wird. Diese Milch wird danach mit etwas Essig vermischt und mit einer Mehlschwitze gebunden. Das kommt dem Rezept meiner Omi sehr nahe, denn sie hat ihren Salat immer mit Gurkensud abgeschmeckt. Dazu kamen noch klein geschnittene Zwiebelchen, Äpfel und saure Gurken. Genau so liebe ich ihn auch heute noch.

Hering in Schmand von Jankes Soulfood

Himmel und Erde nach Art des Hauses

11. November 2016

Ihr Lieben, heute habe ich mal wieder einen "Freitagabend-Quickie" für euch. 
Kriterien für diese Kategorie: einfaches, schnelles Seelenfutter - verpackt in einen knackigen Beitrag, ohne viele Worte meinerseits.
Die Rheinländer mögen mir meine ganz persönliche Lieblingsversion von Himmel un Ääd* verzeihen und gönnen ♥

Himmel un Ääd

*Für den Himmel stehen die Äpfelchen vom Baum und für die Erde die Kartoffeln, also Erdäpfel. Dazu gibt es bei mir eine große Portion Zwiebeln. Traditionell isst man im Rheinland ausgelassene Blutwurst zu einem Stampf aus Kartoffel- und Apfelpüree.

Traditionelle Rinderrouladen

22. Mai 2016

Es ist mal wieder an der Zeit für einen Klassiker im Hause Soulfood: es gibt Rouladen. 
Zusammen mit meinem Paps war ich fleißig und habe euch unser Familienrezept notiert. 
Viele kennen die Roulade wahrscheinlich mit Gürkchen in der Mitte, bei uns gibt es das nicht. Auch Kohl und Möhren sucht man in unserem Basisrezept vergeblich.
Seit ich denken kann, werden unsere Rinderrouladen mit Senf bestrichen und anschließend mit Speck- und Zwiebelwürfelchen belegt aufgerollt.
Natürlich mag ich auch Versionen mit Gemüsestreifen oder Spargelstangen in der Mitte, aber heute geht es ausschließlich um die klassische, soulfood'sche Version.
Wobei... na gut, ich muss gestehen... für mich gibt es tatsächlich immer eine Extrawurst, bzw. Extraroulade mit Dörrfleischwürfeln. Die esse ich am liebsten ♥
Eine tragende Rolle spielt außerdem: das Küchengarn. Keine Klammern, keine Spieße und schon gar keine Plastikbänder. Einfaches Küchengarn hält unsere Rouladen zusammen und sorgt dafür, dass sie beim Anbraten überall Kontakt zum Bräter haben.
Und jetzt wird nicht länger geredet, sondern gewickelt - es ist überhaupt nicht schwer!

Klassische Rindsrouladen

Hessischer Kartoffelsalat mit Brühe

5. Mai 2016

Heute ist Christi Himmelfahrt und wir in Deutschland haben zusätzlich "Vatertag". Ein Tag, an dem Männergruppen mit Bollerwagen, Bier und Grillgut durch die Felder ziehen und... ja, was eigentlich? Sich ordentlich feiern, würde ich wohlwollend sagen. Recht so, es sei ihnen gegönnt. Ein Hoch auf alle Papas und meinen insbesondere, denn der ist natürlich der Beste. Ganz klar ♥ Vielleicht findet sich auf dem Holzkarren noch ein Plätzchen für meinen Kartoffelsalat, denn der passt perfekt zu Grillwürstchen und Bier.

Meinen "Haussalat" habe ich euch [HIER] bereits vorgestellt. Ich mag ihn gerne mit selbstgemachter Mayo und Essiggurken. Bei meiner Oma ging es früher immer deftiger zu. Da gab es einen urhessischen, glitschigen "Goardoffenseloat" mit Zwiebeln, Brühe und Speck. Meistens wurde dieser sogar noch warm gegessen.
Für das "Glitschige" sorgt etwas Öl, das ganz zum Schluss untergemischt wird. Beim Vermengen muss der Salat ordentlich schmatzen, nur dann ist er gut.
Man Paps liebt diesen Salat heiß und innig, deshalb ist heute der perfekte Tag, ihn euch hier vorzustellen: "Ommas Glitschiger Kartoffelsalat" -
nach einem Rezept aus Lombemous un Schlawwerjux*

Glitschiger Kartoffelsalat - Jankes*Soulfood

Hessische Tapas

13. März 2016

In der vergangenen Woche durfte ich für eine Lesung in unserer Gemeinde-Bibliothek bereits zum dritten Mal kleine Snacks zubereiten und wie ihr sicherlich mittlerweile wisst:
ich liebe Fingerfood!
Zu Gast war Autor Charly Weller, der mit seinen Romanen "Eulenkopf" und "Finsterloh" zwei Pflichtlektüren für hessische Krimifans geschrieben hat. Mit seinem Protagonisten Roman Worstedt, genannt Kommissar "Worschtfett", hat mir Charly eine Steilvorlage für meine Häppchen geliefert.
Natürlich musste es Schnittchen mit "Worschtfett" geben, also frisches Roggenbrot mit Wurstfett und selbstgemachten Röstzwiebeln. Außerdem habe ich passend zu den Schauplätzen seiner Bücher "hessische Tapas" zubereitet und kleine Pumpernickelscheiben mit unserem Nationalkäse, dem "Handkäs mit Musik" und unserer berühmten "Ahlen Worscht" belegt. Fingerfood Nummer 4 möchte ich euch heute zeigen: "Hessische Tortilla" mit 7 Kräutern für Frankfurter Grie Soß und geräucherter Mettwurst.

Hessische Tapas von Jankes Soulfood

Zweierlei Bethmännchen

8. Dezember 2015

Hallo ihr Lieben, dieses Jahr bin ich definitiv mit Haut und Haaren im Adventsmodus, denn heute gibt es, Überraschung, bereits das nächste Weihnachtsgebäck.
Und als wäre das allein nicht Grund genug sofort in Weihnachtsstimmung zu verfallen (sofern noch nicht geschehen), ist mein heutiger Beitrag Teil des Sweet Pie Adventskalenders.
Bei der lieben Nadine wurden bereits 7 kulinarische Türchen geöffnet und an jedem der Adventssonntage gibt es zusätzlich schöne Preise für euch zu gewinnen.
Ich freue mich riesig, dabei zu sein, denn auch als Erwachsene mag ich kleine, liebevolle Überraschungen noch genauso wie früher.
Geht's euch ähnlich? Ja? Dann will ich euch jetzt gar nicht länger auf die Folter spannen und wir öffnen gemeinsam Türchen Nummer 8. Quiiiiieetsch - knarz.....schiiiieb....


Feine Leberknödel auf Apfel-Zwiebel-Kompott

20. Oktober 2015

Ihr Lieben, auch heute gibt es ein Abend-Posting von mir, da ich erneut auf den letzten Drücker an einem Event teilnehme, das mir sehr am Herzen liegt.
Von Claudia und ihrem wundervollen Blog "Geschmeidige Köstlichkeiten" habe ich euch schon im letzten Jahr berichtet. Damals hatte ich Claudia gerade erst in der virtuellen Welt kennengelernt und an ihrem Blogevent "Smooth Food" teilgenommen.
Aber was genau sind geschmeidige Köstlichkeiten? Der Begriff steht für leckere, leicht zu essende Gerichte, die in erster Linie für Menschen mit Kau- und Schluckstörungen gedacht sind. Barrierefreies Essen sozusagen. Dass das nicht nur viele ältere Menschen brauchen, sondern für jeden von uns wichtig sein oder werden kann, dafür leistet Claudia großartige Öffentlichkeitsarbeit. 

Jeder von uns hatte wahrscheinlich schon einmal Hals- oder Zahnschmerzen, die das Aufnehmen von Nahrung sehr mühsam gemacht haben. Wenn man sich dann mehrere Tage von Suppen und Flüssigspeisen ernähren muss, geht einem das schnell auf die Nerven. 
Für Menschen mit Kau- und Schluckstörungen ist diese Problematik Alltag. 
Hier gilt es, Alternativen zu finden, die nicht einfach "nur" ernähren, sondern die auch schmecken und köstlich aussehen. Gerichte, die man gerne isst und welche man als Essen wahrnimmt.
Auf Claudias Blog findet ihr diese Gerichte, die selbstverständlich auch Menschen ohne Einschränkungen beim Kauen und Schlucken, das Wasser im Mund zusammenlaufen lassen.
Für ihr Engagement hat Claudia gerade (mehr als verdient) den Sonderpreis des Food Blog Awards abgeräumt. Ein weiterer, zukunftsweisender Schritt und mehr Aufmerksamkeit für ihr wichtiges Thema.

Und wäre das allein nicht schon genug Grund zum Feiern, hatten die "Geschmeidigen Köstlichkeiten" im September Geburtstag. Zu diesem Anlass rief Claudia zur "Geschmeidigen Geburtstagsparty" und mit diesem Beitrag nehme ich sehr gerne an ihrem virtuellen Tisch Platz.
Liebe Claudia, du weißt, wie sehr ich deine Arbeit schätze, deshalb an dieser Stelle nur eins: Happy Birthday zu drei Jahren "Geschmeidige Köstlichkeiten"!!!! Ich weiß, du machst genau SO weiter und hast noch viele wundervolle Ideen. Ich freue mich darauf ♥


Haschee - mein Kindheits-Soulfood

4. Mai 2015

Ihr Lieben, im Rahmen meines eigenen Events "Geschmackswandel" frage ich ja gerade: "Was hat euch früher überhaupt nicht geschmeckt, ist aber im Laufe der Jahre in eure Küche zurückgekehrt und mittlerweile zum Lieblingsessen avanciert?"
Bei Tinas Blogevent "Kulinarische Kindheitserinnerungen" hingegen, geht es genau um die Speisen, die wir in unserer Kindheit geliebt haben und deren Duft uns noch heute in diese Zeit zurückversetzt. Kindheits-Soulfood also ♥
Da wäre zum Beispiel die "Blümchensuppe", eine Grießsuppe mit Petersilie, die meine Oma immer zu Kartoffelpfannkuchen gemacht hat. Oder Mehlpfannkuchen und Arme Ritter (die bei uns Gille Schnirre heißen), Tomatensauce mit Ei oder Reisbrei mit Zucker und Kakao.

Entschieden habe ich mich allerdings für ein Gericht, das ich heute noch unwahrscheinlich gerne esse und dessen Geschmack nicht verändert werden darf. Ein typischer Samstags-Klassiker ♥ Ich gebe zu, es sieht nicht so spektakulär aus, aber es geht ja auch um den Geschmack und die ideellen Werte dieses Gerichtes: Nudeln mit Haschee!


{Buchrezension} und ein Hessisches Nudelomelette

15. April 2015

Ihr Lieben, heute habe ich eine weitere Buchrezension für euch. Ich durfte mich durch das neue Werk von Sebastian Dickhaut wühlen und was soll ich sagen? Ein Kochbuch in dem sich alles um eins meiner liebsten Grundnahrungsmittel dreht - da habe ich schon vor dem Aufschlagen eine recht zufriedenene Grundstimmung. "Jetzt! Nudeln" folgt nach nur 6 Monaten seinem erfolgreichen Vorgänger "Jetzt! Gemüse" und beide Bücher sind meiner Meinung nach eine echte Bereicherung im Kochbuchregal.
"Jetzt! Nudeln" - das denke ich mir tatsächlich sehr oft, denn Nudeln sind ein echter Seelenstreichler. Wenn nichts mehr geht, dann muss eine Portion Nudeln her. Egal ob mit Sauce oder in der Suppe, gefüllt als Ravioli oder ganz schlank als Spaghetti mit Pesto - ich kann sie mir aus meiner Küche definitiv nicht wegdenken. So scheint es Sebastian Dickhaut auch zu gehen, denn sein Buch beginnt mit den Worten: "Willkommen in der wunderbaren Welt der Nudeln." 


Was folgt sind über 100 Rezepte, sinnvolle, informative und nützliche Tipps, sowie eine Übersicht mit 70 Nudelsorten in Wort und Bild.
Egal ob euer kleines Nudelherz für italienische Pasta, asiatische Reisnudeln oder deutsche Spätzle schlägt, egal ob ihr eher der Spaghetti- oder der Teigtaschentyp seid, ihr werdet eine passende Leckerei finden.

Aufgeteilt sind die 240 Seiten Nudelglück in eine ausführliche Einleitung, den Rezeptteil und das oben erwähnte Nudelregister. Die Rezepte gliedern sich in
Nudeln.... pur - Spaghetti, Soba, Fleckerl, Maultaschen, uvm.
Nudeln.... mit viel Sauce  - Sugo, Bolo, Soß, uvm.
Nudeln.... aus der Pfanne - Omelettes, Tortilla, Gröstl, Schupfnudeln, uvm.
Nudeln.... aus dem Ofen - Auflauf, Muffins, Gratins, uvm.
Nudeln.... in Salaten und Suppen - Tabbouleh, Nudelsuppe, Soba, Laksa, uvm.
 
 
So, ihr habt inzwischen bestimmt schon gemerkt, dass ich ziemlich begeistert bin. Das liegt nicht nur an der großen Rezeptvielfalt sondern zusätzlich auch am schönen Design und den wunderbaren Fotos von Maria Grossmann und Monika Schuerle. Da kann ich gerade so verschmerzen, dass es nicht zu jedem Rezept ein Bild gibt.
Die kleinen Randnotizen "Jetzt noch was" und "Tante Erika rät", geben zusätzliche Infos, Ratschläge oder verweisen auf weitere Rezepte. 

Wenn ihr nach einem Buch sucht, in dem ihr eine Anleitung zur Herstellung verschiedenster Nudelsorten findet, ist dieses Buch nicht das richtige für euch.
Zwar geht Sebastian Dickhaupt auf die wichtigsten Teige ein, jedoch ist "Jetzt! Nudeln" vorrangig ein Kochbuch, das sich mit der Zubereitung internationaler Nudelgerichte beschäftigt. Die Kombination aus Information, Unterhaltung und Rezepten finde ich äußerst gelungen.

Alle Rezepte sind für 4 Personen angegeben und sehr schön geschrieben. Soll heißen: Ausführliche Anweisungen in knappen Sätzen sorgen für einen guten Überblick. Kalorien- und Nährwertangaben gibt es nicht, dafür kann man sich an einer Zubereitungszeit orientieren. Das Buch ist nigelnagelneu im Südwest Verlag der Random House Verlagsgruppe erschienen. Die 240 Seiten sind als Hardcover gebunden und kosten UVP 19,99€. Zu weiteren Infos und einer Leseprobe geht es HIER (klick). Als kleines Schmankerl habe ich ein Rezept für euch, das ich als Hessin einfach sofort ausprobieren musste:

Hessisches Nudelomelette
mit 7 Kräuter-Mischung für Frankfurter "Grie Soß"

Kräuter-Nudelomelette - Jankes Soulfood

Typisch für meine Region: Wetzsteinklöße

16. Januar 2015

Ein tolles Dauerevent hat die liebe Kebo von kebo homing am 01. Januar ausgerufen. Es heißt "Typisch für..." und hier bekommt ihr alle Infos, falls auch ihr dabei sein möchtet. Der Januar steht unter dem Motto: Typisch für meine Stadt/Region.
Da ich hier einen Foodblog habe, gibt es natürlich nichts Gebasteltes sondern ein Rezept und endlich mal wieder einen Beitrag, den ich unter "Essen aus Hessen" abspeichern kann.

Ich hatte das große Glück in einem Haushalt mit drei Generationen aufzuwachsen und meine Omi hat viel für uns alle gekocht. Deshalb kommen auch heute noch regelmäßig ihre Klassiker auf den Tisch. Vieles habe ich in den letzten Monaten schon verbloggt, zum Beispiel die Gille Schnirre, Mariechens Prinzregententorte oder ihre Feine Klöße zu gleichen Teilen.

Doch was ist typisch für unsere Region?
Da habe ich erstmal ein paar Mittelhessen befragt und die Antworten haben sich doch ziemlich gedeckt. Da wurde der "Schmierschelkuche" genannt, ein mal süßer, mal herzhafter Kuchen, den auch meine Oma früher regelmäßig im örtlichen Backhaus gebacken hat und den ich euch bald genauer vorstellen werde.

Ebenfalls ganz hoch im Ranking waren "Schlawwerjux", "Kochkäse", "Grüne Soße" und "Eierpfannkuchen". Gefolgt von "Dulges", "Schlumpeweck", "Bunnesupp", "Krautwickel", "Handkäs mit Musik", "Grießklöß", und, und, und.
Vielen Dank an alle für den Input. Worauf ich allerdings richtig Lust hatte und was einige von euch ebenfalls genannt haben, waren die Wetzsteinklöße

Wetzstaakließ

Während meiner Recherche habe ich herausgefunden, dass diese beliebten Klöße viele Namen haben. Beim einen heißen sie Buwespitzchen oder Spatzekließ, beim anderen Philipper oder Lange Kließ und bei uns sind es die "Wetzstaakließ" also Wetzsteinklöße.
Den Name haben sie wohl bekommen, weil sie nicht nur die Form sondern auch die gräulich-beige Farbe eines Wetzsteins haben. In unserem Gartenhäuschen, dem ehemaligen Arbeitsplatz meines Opis und der heutige Kreativwerkstatt meines Paps, haben wir tatsächlich noch einen alten Wetzstein gefunden. Dieser wurde früher zum Schleifen von Sicheln und Sensen benutzt.

Mir ist der essbare Wetzstein doch sehr viel lieber und mit dem ersten Bissen war ich wieder Kind.
Meine Mam wusste noch zu erzählen, dass meine Uroma als 14-Jährige einmal ein Wetzsteinklößewettessen mit ihren Brüdern veranstaltet hat.
Damals waren die Klöße und Beilagen noch sehr viel gehaltvoller. Man aß sie oft nach dem Schlachten und garte sie in Wurstsuppe. Dazu gab es dann frisch gemachte Specksoße.
Ihr ahnt es schon, meiner lieben Uroma ist es nicht sehr gut ergangen nachdem sie beim Kloßwettessen sage und schreibe 16(!!!) Klöße gegessen hatte.
Leber und Galle waren so angegriffen, dass sie die Symptome einer "Gelbsucht" zeigte. Das Ereignis hatte jedoch keine langfristigen Schäden zur Folge und so lieben wir die Wetzsteine (in abgespeckter Version) noch heute.

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